Erfahrungsbericht Angelika

per E-Mail von Angelika eingesandt am 10.11.2006

hallo an alle!


ich würde mir gerne so viel von der seele schreiben weiß aber nicht wirklich wo ich den anfang machen soll!


ich probiere es ganz einfach einmal damit wie alles begann, was mir noch zusätzlich schmerzen bereitet!

ich wusste ab dem ersten moment, so diesesmal hat es geklappt endlich bin ich schwanger, dieses gefühl der sicherheit blieb auch bis zu dem zeitpunkt wo die regel fällig war, zwar warteten mein lebensgefährte und ich noch eine zusätzlich woche ab bevor wir einen schwangerschafts test machten, aber es blieb dabei er war positiv!

eine woche später hatte ich den termin bei der frauenärtztin ob es auch wirklich war ist. Und es kam heraus das so weit alles okay war, man sah schon das befruchtet ei.


gleich danach fuhren christian und ich zu seinen eltern um ihnen die frohe nachricht zu überbirngen.

otto, christians papa freute sich sehr endlich doch noch ein enkelkind zu bekommen da er uns schon öfter gefragt hatte wann es den endlich so weit sein sollte, wir aber nicht wirklich wussten woran es liegen würde!

annemarie, christians mama sagte nur sie würde es auf gar keinen fall nehmen! Kannst du dir vorstellen was für eine ohrfeige das war? Wir haben sie doch gar nicht darum gebeten das kind zu nehmen, und trotzdem gleich so auf abwehr zu gehen fand ich nicht normal und nicht richtig!

wir sagten ihr dann das man da erst weiter reden kann, wen das baby dann da ist!


am wochenende darauf fuhren wir zu meinen eltern nach oberösterreich, und berichteten ihnen das sie oma und opa werden dürften, sie freuten sich sehr für mich da sie wussten das ich 8 jahre lang darauf gewartet habe endlich schwanger zu werden!


11.SSW schmier blutung am morgen, ich verlor die nerven, sagte christian er solle mich bitte mit nehmen ins spital hätte schmierblutungen!

christian holte sofort das auto, wartete bis ich mich angezogen hatte und wir fuhren ins spital, da christian aber zur arbeit musste und etwas rühiger war als ich blieb ich alleine im spital und wartete auf die untersuchung, bei der untersuchung konnte mich der artzt wieder berühigen alles okay, ich wollte aber auch für mich das herz schlagen sehen um sicher zu gehen ob es wirklich so war wie der artzt sagte!


in etwa 15.SSW ich erzählte annemarie trotzdem was war das christian und ich kurze zeit gehadert hätten damit das baby zu bekommen, war eigentlich ein blöde idee von mir, aber da sie ihn unsere nähe wohnt und ich zu meinen eltern zwei stunden anreise zeit habe, erzählte ich es ihr und bekam die nächste ohrfeige, den sie meinte hättest du es halt abtreiben lassen! darauf sagte ich ihr doch sicher nicht wenn ich schon 8 jahre lang vergeblich auf eine schwangerschaft warten wurde! Da meinte sie wen es einmal geklappt hat und man es weg machen lässt wird man so oder so in kurzester zeit wieder schwanger! ich fragte mich was das für eine hass erfühlte frau sein muß!


18.SSW ziehen der mutterbänder, alles okay mit meinem baby zusätzliche gabe von magnesium, test keine abwehr kräfte gegen toxoplasmose. kein rohes fleisch, keinen rohen fisch und keine rohen eier!


wollte christian faschierte laibchen machen da ich aber es nicht abschmecken wollte wegen der toxoplasmose verwarf ich den gedanken und kochte etwas anderes.

annemarie fragte warum ich etwas anderes koche und ich sagte ihr weil ich es nicht abschmecken möchte wegen der krankheit die gefährlich für das baby sein kann. Sie meinte man könne es ja trotzdem nur kurz den finger rein halten und diesen in den mund nehmen und das dann ausspucken, ich aber trotzdem dieses risiko nicht eingehen wollte.


21.SSW untersuchung im spital, blutdruck etwas erhöht, anordnung den blutdruck dreimal am tag zu messen! mit dem baby alles in ordnung, christian hat sein kind zum ersten mal strampeln gesehen!


22.SSW untersuchung bei der frauenärtztin, alles in ordnung man sieht schon den herzschlag des babys, aber es schläft zum erstenmal bei einer untersuchung und möchte auch nicht munter werden, obwohl die frauenärtztin probiert es auf zu wecken, trotzdem keine sorgen da ja das herz schlägt!


23.SSW untersuchung im spital, blutdruck noch immer leicht erhöht, strotokoken im vaginal bereich, gabe von betaisodona, keinen ultraschall?!?


24.SSW 37,6 grad fieber gehe zum hausartzt, einnahme von mexalen fiebersenkenden tabletten, die mann auch in der schwangerschaft nehmen kann!


am wochenende abreise der schwiegereltern ins b in die steiermark, urlaub für vierzehn tage!


am sonntag ankunft meiner mama aus oberösterreich, reden wie ist es wenn mann die wehen bekommt, wie fühlt es sich an, was empfindet man…………………

meine mama war meine einzige verbündete die mir auf meine fragen antworten gab.


den wenn man annemarie etwas fragte, bekam man nur antwort wie sie war nicht heiß darauf einen bauch zu bekommen, sie spürte das baby erst am ende der schwangerschaft, und was weiß ich noch für hass erfüllte aussagen!!!!!!!!!


montag, gang von mama und mir in ein kinder geschäft aussuche von gitterbett, kinderwagen und wickelkomode, gabe einer anzahlung, alles dort stehen gelassen wollte es erst zu hause haben wenn das baby gesund auf der welt ist.

dienstag, fahrt von mama und mir nach ungarn ein paar strampler in unisex farben , wir wussten bis zu diesem zeitpunkt nicht was es war, mädchen oder junge.


25.SSW mama begleitete mich zur frauenärtztin um ihr enkelkind kennen zu lernen. war ich froh meine mama an meiner seite zu haben, den bei dem ultraschall kam heraus das das herz meines babys zu schlagen aufgehört hat!!!!!!!!!!!!

ich wollte es nicht glauben, mama rief christian,  an er solle bitte nachhause kommen das baby ist tot. er verstand es auch nicht und fragte noch einmal nach ob er sich auch nicht verhört hatte.

aber leider hatte er es richtig verstanden unser engel war zurück in den himmel gegangen, weil gott in nötiger brauchte als wir.

fahrt ins spital, erneute untersuchung , leider kein anderer befund unser baby war tot!


verzweifelter versuch von christian seine eltern zu erreichen, diese im wald waren und keinen empfang am handy hatten. rückruf von christians, eltern am späten nachmittag. Aussage von christian das baby ist tot, histerie am anderen ende. frage von christians, eltern was sie tun sollten, antwort von christian sie sollen dort bleiben wo sie sind sie können uns eh nicht helfen! ( welch eine dumme frage von ihnen ist klar das mann sein sachen zusammen packt und nachhause fährt um seinen kind bei zustehen) aber sie kamen nicht und liesen sich nicht blicken.

nächster tag frage ob wir unser baby ihn das familiengrab seiner eltern geben können. zuerst fadenscheinige ausrede das sei nicht möglich da christians oma erst vor zwei jahre gestorben sei. betteln meines mannes: mama es ist doch mein kind , mama es ist doch mein baby.

anruf meiner mama bei einem bestattungsunternehmen in oberösterreich, antwort das es sehr wohl möglich sei.

anruf meiner mama bei annemarie, sagte ihr das es sehr wohl möglich wäre, antwort sie möchte es nicht haben, sie wünscht es nicht.

so rief mama, günther meinen stiefvater an und fragte ihn ob sie es nehmen dürfte, die antwort nah sicher ist doch kein problem.

späterer anruf von günther das verwandte von ihm es auch nehmen würden damit das baby bei uns in wien bleiben kann.


ich stand die ganze zeit nur noch neben mir und konnte es nicht glauben wie hart christians, mama sei.

frage von christian an mich ob es mich so stören würde wenn unser baby ihn oberösterreich bei meinen eltern beerdigt werden würde!

nein , da ich im herzen nach wie vor keine wienerin bin und der friedhof dort schöner ist.

freitag 4. august. 2006, beginn der wehen um 3 h in der fruh. Geburt von gernot martinek um 13.06. im bei sein meiner mama, gernots oma.

nachdem gernot angezogen war holte die schwester christian um ihn die möglichkeit zu geben ihn kennen lernen zu dürfen.

bittaufe unseres sohnes.

abschiednahme. Streicheln. Bussi geben drücken.


Dies war der schlimmste tag meines lebens.

Danke fürs nieder schreiben können!

Grüße angelika

© Angelika


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