Erfahrungsbericht Anke
per E-Mail von Anke eingesandt am 18.07.2008
Früher so mit Anfang, Mitte 20 war mir immer klar, ich will jetzt kein Kind. Ich hatte nie entschieden, dass ich nie Kinder will und ich hatte auch nie entschieden dass ich welche will, ich habe diese Entscheidung immer auf später verschoben und wusste nur: nicht jetzt!!!
1.) Mit 28 ist es dann passiert, ich war ungewollt schwanger. Meine Regel blieb aus und ich habe mir erst nicht viel dabei gedacht, da ich in der Vergangenheit schon öfter einen unregelmäßigen Zyklus von bis zu 35 Tagen hatte und machte eigentlich nur einen Test um bestätigt zu wissen, dass es sicher einen anderen harmlosen Grund dafür gibt. Der Test war weder richtig positiv noch richtig negativ, je nachdem wie man ihn ins Licht hielt konnte man sich eine ganz dünne rote Linie einbilden. Um das 100%ig sicher zu haben, ging ich zum Arzt und die Blutuntersuchung brachte die für mich damals schreckliche Gewissheit: Ich bin schwanger! Ich war völlig entsetzt, wie konnte das passieren, ich habe doch verhütet! So was passiert doch nur anderen, das kann doch nicht sein...
Ich war mit meinem damaligen Freund erst 3 Monate zusammen und hatte keine Ahnung wie ich ihm das beibringen sollte, denn er hatte bei grundsätzlichen Gesprächen schon mal erwähnt, dass er nicht weiß, ob er jemals Kinder will und Verhütung war auch ihm immer wichtig, auch wenn er es mir überlies dafür zu sorgen. Letztendlich war seine Reaktion genau das was ich befürchtet hatte, er wollte das Kind nicht und er sprach das Thema Abtreibung an. Ich war völlig verwirrt, einerseits wollte ich jetzt auch kein Kind andererseits fing ich an, die Veränderungen in meinem Körper zu spüren und ich hatte plötzlich das Bedürfnis das Leben in mir beschützen zu wollen. Es war schon seltsam, schon der Arzt hat mich bei der Blutentnahme gefragt, ob ich es denn haben wolle, wenn ich schwanger wäre und als ich das Ergebnis bekam, wurde ich wieder gefragt, ob das erwünscht sei und als ich dies zunächst verneinte, hat er mir gleich die Voraussetzungen (Beratung etc.) für einen Abbruch erklärt. Ich habe dann meiner Mutter und meiner besten Freundin davon erzählt und auch die signalisierten Verständnis für meine Lage, egal wie ich mich entscheide...
Ich konnte es kaum fassen, denn meine Mutter liebt kleine Kinder abgöttisch! Das ganze war kurz vor Ostern 2000, ich beschloss die Ostertage zu nutzen um mir klar zu werden, was ich wollte. Der Zeitdruck dabei war furchtbar!!! Ich war hin- und hergerissen zwischen der Peinlichkeit ungewollt ein Kind von einem Mann zu bekommen, der es nicht will und mich dann schließlich auch nicht mehr und dem Beschützen wollen des Kindes in mir. Letztendlich versuchte ich mir mein Leben als Alleinerziehende vorzustellen und dies schien mir finanziell und psychisch nicht schaffbar. Ich wollte doch dem Kind auch etwas bieten können und auch Zeit genug haben und ich fühlte mich total überfordert alleine ein Kind zu erziehen, denn ich hatte doch genug Probleme mit mir. Als es mir dann auch noch körperlich schlechter ging (die Übelkeit war im Büro kaum noch zu verheimlichen) entschied ich mich für den Abbruch.
Dieser wurde mir von allen Beteiligten (Arzt und auch Pro Familia bei der Beratung) sehr leicht gemacht. Keiner hat gefragt, ob ich mir sicher bin ein mögliches Leben vernichten zu wollen und mir aufgezeigt, welche Hilfsangebote es für Alleinerziehende gibt oder mir gar Unterstützung angeboten...
Als ich in der Klinik auf den Eingriff wartete hatte ich nochmal kurz den Impuls einfach wieder zu gehen, aber in dem Moment wurde mir wieder derart übel, dass ich einfach nur wollte, dass es aufhört und alles wieder so wie früher ist.
Nach dem Eingriff ging es mir körperlich wieder sehr gut aber ich erlebte plötzlich, dass mir im wahrsten Sinne des Wortes etwas aus dem Bauch gerissen worden war. Ich empfang eine unglaubliche Trauer, konnte diese aber nicht zulassen, da ich mich gleichzeitig unglaublich schuldig fühlte und merkte, dass ich eigentlich aufgrund äußerlicher Faktoren gegen meine innersten Bedürfnisse verstoßen hatte. Da ich die in mir aufkommenden Gefühle nicht aushalten konnte und keine Ahnung hatte, wen ich um Unterstützung hätte bitten können, denn ich war ja selbst Schuld daran, verdrängte ich alles.
Danach wusste ich plötzlich sicher, ich will irgendwann unbedingt Kinder haben, die Aussicht ein Lebewesen in sich heranwachsen zu spüren und dann ins Leben zu begleiten schien mir so reizvoll wie noch nie, aber ich hatte Angst davor diesen Wunsch zu äußern, denn ich hatte das Gefühl, dass mir dieser Wunsch gar nicht zusteht nachdem was ich getan hatte. Ich habe 5 Jahre gebraucht um die damals unterdrückten Gefühle wieder zuzulassen und zu trauern und mit meiner aus Überforderung und Hilflosigkeit getroffenen Entscheidung umzugehen...
Ende 2005 trennte ich mich von meinem Mann und lernte jemand anderen kennen. Im Laufe des Jahres 2006 wurde mir klar, ich will unbedingt Kinder und zwar jetzt, so bald wie möglich, aber ich traute mich nicht das anzusprechen, da ich Angst vor seiner Reaktion hatte, schließlich hatte ich nicht die besten Erfahrungen mit der Reaktion von Männern zu diesem Thema.
2.) Im Januar 2007 sprach ich es endlich an. Er war zuerst überrascht und wollte bevor wir es drauf ankommen lassen gerne noch einige grundsätzliche Dinge besprechen und es nicht überstürzen. Im September schließlich verhüteten wir nicht mehr und ich war so euphorisch, dass ich mich gleich im ersten Monat irgendwie schwanger fühlte. Als meine Regel dann doch einsetzte (etwas später als die letzten Monate aber im normalen Rahmen) musste ich weinen. Ich war so enttäuscht! Ich kaufte sofort einen kleinen Computer mit Teststäbchen um den Zeitpunkt optimal zu treffen. Ich war gerade 36 geworden und dachte, mir läuft die Zeit davon. Ich hatte auch etwas Angst vielleicht gar nicht schwanger werden zu können, denn ich hatte einige Bekannte, die damit Probleme hatten. Im nächsten Zyklus klappe es dann sofort. Ich machte erst keinen Test, weil ich zu viel Angst hatte, er könnte doch negativ sein, aber als ich nach 33 Tagen doch einen machte, war ich überglücklich.
Ich sagte meinem Freund erst mal nichts, irgendwie fand ich es wunderbar dies nur für mich zu haben. Nach einer Woche sagte ich es ihm dann und er war zunächst mal total baff, dass das so schnell geklappt hat. Ich ging nicht zum Arzt, da ich dachte, Kinderkriegen ist die natürlichste Sache der Welt, was soll ich beim Arzt so lange es mir gut geht. In der 7ten SSW hatte ich dann eine heftige Blasen- und Nierenbeckenentzündung. Als ich zu meinem Hausarzt ging, schickte der mich zum Gynäkologen, weil er Angst hatte mir Medikamente zu verschreiben wegen der Schwangerschaft.
Zusätzlich hat der FA ziemlich geschimpft warum ich erst so spät gekommen bin. Ich hatte mir einfach nichts dabei gedacht, ich war schon immer empfindlich an der Blase und fand das nichts besonderes, dass es etwas brannte...
Es wurde ein Ultraschall gemacht auf dem allerdings keine Herzaktion zu sehen war aber mein FA meinte das wäre in der 7ten Woche nicht besorgniserregend. Zusätzlich bekam ich ein Antibiotika und einen Termin für nach Weihnachten zur ersten großen Untersuchung. Bei der Verabschiedung sagte der FA noch, dass alles ok sei, aber das ich mir überlegen solle in wieweit ich es schon an die große Glocke hänge, denn bei ca. 15% der Schwangerschaften könnten in den ersten 3 Monaten Fehlgeburten auftreten. Ich wusste das theoretisch aber ich dachte, dass so was nur anderen passiert.
In der 9ten Woche hörten plötzlich alle Schwangerschaftssymptome auf. Mir war von heute auf morgen nicht mehr schlecht und meine Beine waren auch nicht mehr schwer. Ich freute mich, dass das so schnell verschwunden war, denn es war ziemlich schwierig für mich den ganzen Tag im Büro mit meiner Übelkeit auszuharren, denn ich wollte es noch niemandem sagen. Ich erzählte es nur meiner besten Freundin, einem Kollegen, meinen Eltern und den Eltern meines Freundes und er erzählte es auch noch einem guten Freund. Alle freuten sich riesig mit uns. Alle anderen wollten wir dann Mitte Januar nach der 12ten Woche einweihen. Leider kam es dazu nicht mehr.
Anfang der 10ten Woche bekam ich leichte Schmierblutungen (freitags). Ich bekam Panik und durchforstete sofort das Internet. Da ich dort ganz viele Beiträge fand, in denen stand, dass das am Anfang einer Schwangerschaft schon mal vorkommen kann und meist ganz harmlos ist, beruhigte ich mich wieder und beschloss das Wochenende abzuwarten und am Montag (Heiligabend) ins Krankenhaus zu fahren, falls es nicht besser wird. Das Wochenende war die Hölle, es hörte nicht auf und ich wusste nicht, was ich tun sollte. Ich beschloss mich zu schonen und lag fast die ganze Zeit nur auf dem Sofa. Am Montag fuhren wir ins Krankenhaus, ich wollte Gewissheit haben. Die Ärztin dort war sehr verständnisvoll und freundlich. Auf dem Ultraschall war deutlich die Schwangerschaft zu sehen, aber sie war "nicht intakt". Es war keine Herzaktion zu sehen und die Ärztin sagte, dass sehe aus wie 7te Woche nicht wie 10te Woche. Sie riet mir noch ein paar Tage abzuwarten um sicherzugehen, dass es sich nicht weiterentwickelt und bot mir an, jederzeit anzurufen oder vorbeizukommen, wenn ich dies möchte, oder es mir irgendwie hilft.
Ich war total verzweifelt. Das war das traurigste Weihnachtsfest dass ich je hatte. Ich beschloss trotz allem am 2ten Feiertag mit meinem Freund zu seinen Eltern zu fahren. Wir waren dann abends bei seiner Tante zu Gast als die Blutungen heftiger wurden. Mir wurde klar, dass dies wohl das Ende meiner Schwangerschaft bedeutete. Trotzdem hatte ich keine Ahnung was nun passieren würde. Ich wusste nur eins: Keine Ausschabung! Da ich wusste wie schrecklich es ist, wenn das Kind einfach so unter Narkose weggemacht wird, wollte ich dies auf keinen Fall, ich wollte Abschied von meinem Kind nehmen und es nochmal sehen um das unfassbare begreifen zu können.
Nach ca. 1 Stunde bekam ich so heftige Bauschmerzen wie noch nie zuvor in meinem Leben. Ich ging ins Wohnzimmer, legte mich in einen Sessel und versuchte einfach nur ruhig zu atmen, was vor Schmerzen kaum möglich war. Immer wenn ich auf Toilette ging, kamen eigroße dunkle Klumpen aus mir heraus. Ich konnte nur Klumpen erkennen, es war kein sichtbares Kind zu sehen, aber ich nehme an, es war irgendwo dabei. Ich blutete heftig und hatte heftige Krämpfe aber ich wollte das unbedingt durchleben um es begreifen zu können. Ich weigerte mich Schmerztabletten zu nehmen. Es blutete 4 Tage lang sehr heftig und dann noch ca. 10 Tage lang etwas weniger.
Die Nachuntersuchung bei meinem FA (dies wäre eigentlich mein Screening Termin gewesen) ergab, dass alles aus der Gebärmutter raus war und es musste zum Glück keine Ausschabung mehr gemacht werden. Der Arzt sagte nur, dass das halt passieren kann und dass ich mich nicht verrückt machen soll, beim nächsten Mal klappt es bestimmt.
Ich redete mir ein, dass es vielleicht an meiner Blasenentzündung lag oder an den Antibiotika, die ich deswegen nehmen musste und wollte einfach nur so schnell wie möglich wieder schwanger werden.
3.) Kurz vor Ostern war ich wieder schwanger. Diesmal machte ich den Test so früh wie möglich und rief meinem Freund auch sofort an. Wir waren total glücklich, dass es so schnell wieder geklappt hatte. Als ich gerade in der 6ten Woche war, telefonierte ich mit meiner besten Freundin und sie erzählte mir, dass sie schwanger sei. Da sie sehr lange darauf gewartet hat, habe ich mich riesig mit ihr gefreut und ihr auch erzählt, dass ich auch wieder schwanger bin. Sie war nur 2 Wochen weiter als, ich. Ich war so happy, was konnte es schöneres geben, als dass wir auch noch gemeinsam durch die Schwangerschaft gehen konnten.
Trotz meiner Freude, hatte ich aber irgendwie auch Angst mich zu freuen, denn das Erlebte hinterließ Spuren. Als ich Mitte der 6ten Woche leichte Schmierblutungen bekam, wurde ich panisch, das darf doch nicht wahr sein, nicht schon wieder. Ich fuhr sofort (abends um 11) ins Krankenhaus. Dort konnte die Ärztin auf dem Ultraschall nicht sagen, ob alles in Ordnung war oder nicht. Sie wollte sich nicht festlegen hatte aber den Eindruck, dass das alles etwas zu wenig entwickelt ist. Sie sagte mir, dass ich nichts tun kann als warten und empfahl mit 2 oder 3 Tage später nochmal zu meinem FA zu gehen um nachschauen zu lassen. Gesagt getan, 3 Tage später fragte mein FA dreimal nach, ob ich mir sicher bin, dass ich mich nicht verrechnet hätte, das sehe aus wie 5te Woche. Er machte mir nicht viel Hoffnung wollte aber auf alle Fälle nochmal 5 Tage warten um nochmal nachzuschauen, um ganz sicher zu gehen.
Für mich brach eine Welt zusammen, ich war völlig am Boden zerstört, wieso schon wieder, diesmal war ich doch kerngesund! Ich schrieb die Schwangerschaft schon ab und machte mir keine Hoffnungen mehr. Am Wochenende allerdings fingen dann so kleine Schwangerschaftsbeschwerden, wie Schmerzen in der Brust, Geruchsempfindlichkeit und leichte Übelkeit an.
Beim nächsten Ultraschall war mein FA total erstaunt. Die Frucht war gewachsen!!! Nach wie vor viel zu klein für Ende der 7ten Woche, aber größer als letztes Mal. Er konnte es nicht erklären aber es hieß wieder warten und nächste Woche nochmal vorbeikommen. Ich machte mir wieder Hoffnungen aber nur sehr kurz. Am nächsten Tag wurden die Blutungen etwas stärker und am Samstag Nachmittag als ich gerade bei IKEA einen Kleiderschrank kaufen wollte, bekam ich so heftige Krämpfe, dass ich kaum noch stehen konnte. Als ich auf Toilette ging, war alles klar: große dunkle Klumpen und heftige Blutungen. Ich hatte mein Kind schon wieder verloren.
Irgendwie war es aber einfacher damit umzugehen als beim letzten Mal, denn ich hatte es ja langsam aber sicher kommen sehen und irgendwie schien diese SS von Anfang an nicht ok zu sein. Als ich meinen Arzt bei der Nachkontrolle nach möglichen Ursachen fragte, sagte er, dass man eigentlich erst nach 3mal hintereinander weitere Untersuchungen anstellt. Ich war entsetzt, sollte ich das nochmal erleben müssen, nur weil die Ärzte lieber noch warten wollen? Er sah ein, dass es in meinem Alter auch noch zweimal schon Sinn machen kann, einfach Dinge abzuklären.
Es wurde But abgenommen um die Schilddrüsenhormone zu kontrollieren und ich bekam eine Überweisung zum Internisten zur Abklärung von Blutgerinnungsstörungen. Die Schilddrüsenwerte waren ok aber der Internist fand eine erhöhte Thromboseneigung und empfahl mir in einer neuen Schwangerschaft so früh wie möglich Heparin zu spritzen. Angeblich erhöhen sich die Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft um 80%. Das klang super.
4.) Ich machte also gleich im nächsten Monat so früh wie möglich einen Test, aber leider war der negativ. Ich wiederholte den Test zwei Tage später aber wieder negativ. Ich war so enttäuscht, denn es hatte doch so gut gepasst... Einen Monat später Im Juni 2008 hielt ich wieder einen positiven Test in den Händen. Ich ging gleich am nächsten Tag zu dem Internisten und bekam Heparin. Ich fühlte mich gut, denn ich hatte jetzt eine mögliche Ursache gefunden und das Beste war, ich konnte etwas tun, indem ich Heparin spritze. Ich war sehr zuversichtlich, dass alles gut werden würde. Dennoch verdrängte ich die Schwangerschaft den ganzen Tag und arbeitete 10 bis 12 Stunden am Tag, damit ja keine Ängste aufkamen. Ich erzählte diesmal nur meinem Freund davon sonst Niemand.
Ende der 5ten Woche bekam ich aus dem Nichts heraus wieder Blutungen. Ich war wie vom Blitz getroffen. Ich fing sofort an zu heulen und wusste nicht mehr weiter. Ich ging nicht zum FA, denn ich hatte ja bereits gelernt, dass der eh nichts machen kann und dass die Natur das so oder so auch alleine regelt. Ich rief den Internisten an, ob dies eine Nebenwirkung des Heparin sein kann und ob ich das absetzen soll. Er empfahl es weiter zu spritzen und abzuwarten, denn nicht jede Blutung in der Schwangerschaft muss automatisch das Ende bedeuten. Ich wartete, aber es kam wie es kommen musste, drei Tage später in der 6ten Woche blutete ich heftig und verlor das Kind.
Obwohl es diesmal so früh in der Schwangerschaft war und ich kaum eine Beziehung zu dem Kind aufbauen konnte, traf es mich härter denn je. Ich fiel in ein so tiefes Loch, ich hatte keine Idee, wie mein Leben nun weitergehen sollte. Ich habe genauso viel Angst vor der Idee wieder schwanger zu werden, wie vor der Idee es nicht zu werden. Ich habe viele Erfahrungsberichte von anderen Frauen gelesen. Es hilft mir, dass ich nicht alleine damit bin, aber die meisten Frauen, deren Berichte ich gelesen habe, haben auch schon ein oder mehrere Kinder oder berichten von einem guten Ende, indem sie dann doch irgendwann ein Kind bekommen haben. Ich aber habe 4 Sternenkinder, bei einem davon bin ich sogar selbst für dessen Tod verantwortlich und ich habe keine Ahnung wie es weitergehen soll, denn ich werde bald 37 und die Zeit arbeitet gegen mich. Woher soll ich die Hoffnung nehmen, dass alles gut wird? Ich mag mich jetzt noch nicht damit abfinden, dass ich keine Kinder haben werde. ICH WILL KINDER HABEN !!! Am meisten frustrieren mich die Aussagen der Ärzte, die mir alle gesagt haben "aber Sie werden wenigstens schwanger, andere brauchen dafür Jahre". Ich bin durchaus dankbar, dass ich bisher immer so schnell schwanger geworden bin, aber ich habe trotzdem ein Problem und dies scheint für die Ärzte aber nicht so schlimm zu sein. Es hilft mir darüber hinaus überhaupt nicht, dass andere es noch schlimmer haben. Mir geht es trotzdem schlecht und ein bisschen Verständnis dafür wäre angenehm.
1.) Mit 28 ist es dann passiert, ich war ungewollt schwanger. Meine Regel blieb aus und ich habe mir erst nicht viel dabei gedacht, da ich in der Vergangenheit schon öfter einen unregelmäßigen Zyklus von bis zu 35 Tagen hatte und machte eigentlich nur einen Test um bestätigt zu wissen, dass es sicher einen anderen harmlosen Grund dafür gibt. Der Test war weder richtig positiv noch richtig negativ, je nachdem wie man ihn ins Licht hielt konnte man sich eine ganz dünne rote Linie einbilden. Um das 100%ig sicher zu haben, ging ich zum Arzt und die Blutuntersuchung brachte die für mich damals schreckliche Gewissheit: Ich bin schwanger! Ich war völlig entsetzt, wie konnte das passieren, ich habe doch verhütet! So was passiert doch nur anderen, das kann doch nicht sein...
Ich war mit meinem damaligen Freund erst 3 Monate zusammen und hatte keine Ahnung wie ich ihm das beibringen sollte, denn er hatte bei grundsätzlichen Gesprächen schon mal erwähnt, dass er nicht weiß, ob er jemals Kinder will und Verhütung war auch ihm immer wichtig, auch wenn er es mir überlies dafür zu sorgen. Letztendlich war seine Reaktion genau das was ich befürchtet hatte, er wollte das Kind nicht und er sprach das Thema Abtreibung an. Ich war völlig verwirrt, einerseits wollte ich jetzt auch kein Kind andererseits fing ich an, die Veränderungen in meinem Körper zu spüren und ich hatte plötzlich das Bedürfnis das Leben in mir beschützen zu wollen. Es war schon seltsam, schon der Arzt hat mich bei der Blutentnahme gefragt, ob ich es denn haben wolle, wenn ich schwanger wäre und als ich das Ergebnis bekam, wurde ich wieder gefragt, ob das erwünscht sei und als ich dies zunächst verneinte, hat er mir gleich die Voraussetzungen (Beratung etc.) für einen Abbruch erklärt. Ich habe dann meiner Mutter und meiner besten Freundin davon erzählt und auch die signalisierten Verständnis für meine Lage, egal wie ich mich entscheide...
Ich konnte es kaum fassen, denn meine Mutter liebt kleine Kinder abgöttisch! Das ganze war kurz vor Ostern 2000, ich beschloss die Ostertage zu nutzen um mir klar zu werden, was ich wollte. Der Zeitdruck dabei war furchtbar!!! Ich war hin- und hergerissen zwischen der Peinlichkeit ungewollt ein Kind von einem Mann zu bekommen, der es nicht will und mich dann schließlich auch nicht mehr und dem Beschützen wollen des Kindes in mir. Letztendlich versuchte ich mir mein Leben als Alleinerziehende vorzustellen und dies schien mir finanziell und psychisch nicht schaffbar. Ich wollte doch dem Kind auch etwas bieten können und auch Zeit genug haben und ich fühlte mich total überfordert alleine ein Kind zu erziehen, denn ich hatte doch genug Probleme mit mir. Als es mir dann auch noch körperlich schlechter ging (die Übelkeit war im Büro kaum noch zu verheimlichen) entschied ich mich für den Abbruch.
Dieser wurde mir von allen Beteiligten (Arzt und auch Pro Familia bei der Beratung) sehr leicht gemacht. Keiner hat gefragt, ob ich mir sicher bin ein mögliches Leben vernichten zu wollen und mir aufgezeigt, welche Hilfsangebote es für Alleinerziehende gibt oder mir gar Unterstützung angeboten...
Als ich in der Klinik auf den Eingriff wartete hatte ich nochmal kurz den Impuls einfach wieder zu gehen, aber in dem Moment wurde mir wieder derart übel, dass ich einfach nur wollte, dass es aufhört und alles wieder so wie früher ist.
Nach dem Eingriff ging es mir körperlich wieder sehr gut aber ich erlebte plötzlich, dass mir im wahrsten Sinne des Wortes etwas aus dem Bauch gerissen worden war. Ich empfang eine unglaubliche Trauer, konnte diese aber nicht zulassen, da ich mich gleichzeitig unglaublich schuldig fühlte und merkte, dass ich eigentlich aufgrund äußerlicher Faktoren gegen meine innersten Bedürfnisse verstoßen hatte. Da ich die in mir aufkommenden Gefühle nicht aushalten konnte und keine Ahnung hatte, wen ich um Unterstützung hätte bitten können, denn ich war ja selbst Schuld daran, verdrängte ich alles.
Danach wusste ich plötzlich sicher, ich will irgendwann unbedingt Kinder haben, die Aussicht ein Lebewesen in sich heranwachsen zu spüren und dann ins Leben zu begleiten schien mir so reizvoll wie noch nie, aber ich hatte Angst davor diesen Wunsch zu äußern, denn ich hatte das Gefühl, dass mir dieser Wunsch gar nicht zusteht nachdem was ich getan hatte. Ich habe 5 Jahre gebraucht um die damals unterdrückten Gefühle wieder zuzulassen und zu trauern und mit meiner aus Überforderung und Hilflosigkeit getroffenen Entscheidung umzugehen...
Ende 2005 trennte ich mich von meinem Mann und lernte jemand anderen kennen. Im Laufe des Jahres 2006 wurde mir klar, ich will unbedingt Kinder und zwar jetzt, so bald wie möglich, aber ich traute mich nicht das anzusprechen, da ich Angst vor seiner Reaktion hatte, schließlich hatte ich nicht die besten Erfahrungen mit der Reaktion von Männern zu diesem Thema.
2.) Im Januar 2007 sprach ich es endlich an. Er war zuerst überrascht und wollte bevor wir es drauf ankommen lassen gerne noch einige grundsätzliche Dinge besprechen und es nicht überstürzen. Im September schließlich verhüteten wir nicht mehr und ich war so euphorisch, dass ich mich gleich im ersten Monat irgendwie schwanger fühlte. Als meine Regel dann doch einsetzte (etwas später als die letzten Monate aber im normalen Rahmen) musste ich weinen. Ich war so enttäuscht! Ich kaufte sofort einen kleinen Computer mit Teststäbchen um den Zeitpunkt optimal zu treffen. Ich war gerade 36 geworden und dachte, mir läuft die Zeit davon. Ich hatte auch etwas Angst vielleicht gar nicht schwanger werden zu können, denn ich hatte einige Bekannte, die damit Probleme hatten. Im nächsten Zyklus klappe es dann sofort. Ich machte erst keinen Test, weil ich zu viel Angst hatte, er könnte doch negativ sein, aber als ich nach 33 Tagen doch einen machte, war ich überglücklich.
Ich sagte meinem Freund erst mal nichts, irgendwie fand ich es wunderbar dies nur für mich zu haben. Nach einer Woche sagte ich es ihm dann und er war zunächst mal total baff, dass das so schnell geklappt hat. Ich ging nicht zum Arzt, da ich dachte, Kinderkriegen ist die natürlichste Sache der Welt, was soll ich beim Arzt so lange es mir gut geht. In der 7ten SSW hatte ich dann eine heftige Blasen- und Nierenbeckenentzündung. Als ich zu meinem Hausarzt ging, schickte der mich zum Gynäkologen, weil er Angst hatte mir Medikamente zu verschreiben wegen der Schwangerschaft.
Zusätzlich hat der FA ziemlich geschimpft warum ich erst so spät gekommen bin. Ich hatte mir einfach nichts dabei gedacht, ich war schon immer empfindlich an der Blase und fand das nichts besonderes, dass es etwas brannte...
Es wurde ein Ultraschall gemacht auf dem allerdings keine Herzaktion zu sehen war aber mein FA meinte das wäre in der 7ten Woche nicht besorgniserregend. Zusätzlich bekam ich ein Antibiotika und einen Termin für nach Weihnachten zur ersten großen Untersuchung. Bei der Verabschiedung sagte der FA noch, dass alles ok sei, aber das ich mir überlegen solle in wieweit ich es schon an die große Glocke hänge, denn bei ca. 15% der Schwangerschaften könnten in den ersten 3 Monaten Fehlgeburten auftreten. Ich wusste das theoretisch aber ich dachte, dass so was nur anderen passiert.
In der 9ten Woche hörten plötzlich alle Schwangerschaftssymptome auf. Mir war von heute auf morgen nicht mehr schlecht und meine Beine waren auch nicht mehr schwer. Ich freute mich, dass das so schnell verschwunden war, denn es war ziemlich schwierig für mich den ganzen Tag im Büro mit meiner Übelkeit auszuharren, denn ich wollte es noch niemandem sagen. Ich erzählte es nur meiner besten Freundin, einem Kollegen, meinen Eltern und den Eltern meines Freundes und er erzählte es auch noch einem guten Freund. Alle freuten sich riesig mit uns. Alle anderen wollten wir dann Mitte Januar nach der 12ten Woche einweihen. Leider kam es dazu nicht mehr.
Anfang der 10ten Woche bekam ich leichte Schmierblutungen (freitags). Ich bekam Panik und durchforstete sofort das Internet. Da ich dort ganz viele Beiträge fand, in denen stand, dass das am Anfang einer Schwangerschaft schon mal vorkommen kann und meist ganz harmlos ist, beruhigte ich mich wieder und beschloss das Wochenende abzuwarten und am Montag (Heiligabend) ins Krankenhaus zu fahren, falls es nicht besser wird. Das Wochenende war die Hölle, es hörte nicht auf und ich wusste nicht, was ich tun sollte. Ich beschloss mich zu schonen und lag fast die ganze Zeit nur auf dem Sofa. Am Montag fuhren wir ins Krankenhaus, ich wollte Gewissheit haben. Die Ärztin dort war sehr verständnisvoll und freundlich. Auf dem Ultraschall war deutlich die Schwangerschaft zu sehen, aber sie war "nicht intakt". Es war keine Herzaktion zu sehen und die Ärztin sagte, dass sehe aus wie 7te Woche nicht wie 10te Woche. Sie riet mir noch ein paar Tage abzuwarten um sicherzugehen, dass es sich nicht weiterentwickelt und bot mir an, jederzeit anzurufen oder vorbeizukommen, wenn ich dies möchte, oder es mir irgendwie hilft.
Ich war total verzweifelt. Das war das traurigste Weihnachtsfest dass ich je hatte. Ich beschloss trotz allem am 2ten Feiertag mit meinem Freund zu seinen Eltern zu fahren. Wir waren dann abends bei seiner Tante zu Gast als die Blutungen heftiger wurden. Mir wurde klar, dass dies wohl das Ende meiner Schwangerschaft bedeutete. Trotzdem hatte ich keine Ahnung was nun passieren würde. Ich wusste nur eins: Keine Ausschabung! Da ich wusste wie schrecklich es ist, wenn das Kind einfach so unter Narkose weggemacht wird, wollte ich dies auf keinen Fall, ich wollte Abschied von meinem Kind nehmen und es nochmal sehen um das unfassbare begreifen zu können.
Nach ca. 1 Stunde bekam ich so heftige Bauschmerzen wie noch nie zuvor in meinem Leben. Ich ging ins Wohnzimmer, legte mich in einen Sessel und versuchte einfach nur ruhig zu atmen, was vor Schmerzen kaum möglich war. Immer wenn ich auf Toilette ging, kamen eigroße dunkle Klumpen aus mir heraus. Ich konnte nur Klumpen erkennen, es war kein sichtbares Kind zu sehen, aber ich nehme an, es war irgendwo dabei. Ich blutete heftig und hatte heftige Krämpfe aber ich wollte das unbedingt durchleben um es begreifen zu können. Ich weigerte mich Schmerztabletten zu nehmen. Es blutete 4 Tage lang sehr heftig und dann noch ca. 10 Tage lang etwas weniger.
Die Nachuntersuchung bei meinem FA (dies wäre eigentlich mein Screening Termin gewesen) ergab, dass alles aus der Gebärmutter raus war und es musste zum Glück keine Ausschabung mehr gemacht werden. Der Arzt sagte nur, dass das halt passieren kann und dass ich mich nicht verrückt machen soll, beim nächsten Mal klappt es bestimmt.
Ich redete mir ein, dass es vielleicht an meiner Blasenentzündung lag oder an den Antibiotika, die ich deswegen nehmen musste und wollte einfach nur so schnell wie möglich wieder schwanger werden.
3.) Kurz vor Ostern war ich wieder schwanger. Diesmal machte ich den Test so früh wie möglich und rief meinem Freund auch sofort an. Wir waren total glücklich, dass es so schnell wieder geklappt hatte. Als ich gerade in der 6ten Woche war, telefonierte ich mit meiner besten Freundin und sie erzählte mir, dass sie schwanger sei. Da sie sehr lange darauf gewartet hat, habe ich mich riesig mit ihr gefreut und ihr auch erzählt, dass ich auch wieder schwanger bin. Sie war nur 2 Wochen weiter als, ich. Ich war so happy, was konnte es schöneres geben, als dass wir auch noch gemeinsam durch die Schwangerschaft gehen konnten.
Trotz meiner Freude, hatte ich aber irgendwie auch Angst mich zu freuen, denn das Erlebte hinterließ Spuren. Als ich Mitte der 6ten Woche leichte Schmierblutungen bekam, wurde ich panisch, das darf doch nicht wahr sein, nicht schon wieder. Ich fuhr sofort (abends um 11) ins Krankenhaus. Dort konnte die Ärztin auf dem Ultraschall nicht sagen, ob alles in Ordnung war oder nicht. Sie wollte sich nicht festlegen hatte aber den Eindruck, dass das alles etwas zu wenig entwickelt ist. Sie sagte mir, dass ich nichts tun kann als warten und empfahl mit 2 oder 3 Tage später nochmal zu meinem FA zu gehen um nachschauen zu lassen. Gesagt getan, 3 Tage später fragte mein FA dreimal nach, ob ich mir sicher bin, dass ich mich nicht verrechnet hätte, das sehe aus wie 5te Woche. Er machte mir nicht viel Hoffnung wollte aber auf alle Fälle nochmal 5 Tage warten um nochmal nachzuschauen, um ganz sicher zu gehen.
Für mich brach eine Welt zusammen, ich war völlig am Boden zerstört, wieso schon wieder, diesmal war ich doch kerngesund! Ich schrieb die Schwangerschaft schon ab und machte mir keine Hoffnungen mehr. Am Wochenende allerdings fingen dann so kleine Schwangerschaftsbeschwerden, wie Schmerzen in der Brust, Geruchsempfindlichkeit und leichte Übelkeit an.
Beim nächsten Ultraschall war mein FA total erstaunt. Die Frucht war gewachsen!!! Nach wie vor viel zu klein für Ende der 7ten Woche, aber größer als letztes Mal. Er konnte es nicht erklären aber es hieß wieder warten und nächste Woche nochmal vorbeikommen. Ich machte mir wieder Hoffnungen aber nur sehr kurz. Am nächsten Tag wurden die Blutungen etwas stärker und am Samstag Nachmittag als ich gerade bei IKEA einen Kleiderschrank kaufen wollte, bekam ich so heftige Krämpfe, dass ich kaum noch stehen konnte. Als ich auf Toilette ging, war alles klar: große dunkle Klumpen und heftige Blutungen. Ich hatte mein Kind schon wieder verloren.
Irgendwie war es aber einfacher damit umzugehen als beim letzten Mal, denn ich hatte es ja langsam aber sicher kommen sehen und irgendwie schien diese SS von Anfang an nicht ok zu sein. Als ich meinen Arzt bei der Nachkontrolle nach möglichen Ursachen fragte, sagte er, dass man eigentlich erst nach 3mal hintereinander weitere Untersuchungen anstellt. Ich war entsetzt, sollte ich das nochmal erleben müssen, nur weil die Ärzte lieber noch warten wollen? Er sah ein, dass es in meinem Alter auch noch zweimal schon Sinn machen kann, einfach Dinge abzuklären.
Es wurde But abgenommen um die Schilddrüsenhormone zu kontrollieren und ich bekam eine Überweisung zum Internisten zur Abklärung von Blutgerinnungsstörungen. Die Schilddrüsenwerte waren ok aber der Internist fand eine erhöhte Thromboseneigung und empfahl mir in einer neuen Schwangerschaft so früh wie möglich Heparin zu spritzen. Angeblich erhöhen sich die Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft um 80%. Das klang super.
4.) Ich machte also gleich im nächsten Monat so früh wie möglich einen Test, aber leider war der negativ. Ich wiederholte den Test zwei Tage später aber wieder negativ. Ich war so enttäuscht, denn es hatte doch so gut gepasst... Einen Monat später Im Juni 2008 hielt ich wieder einen positiven Test in den Händen. Ich ging gleich am nächsten Tag zu dem Internisten und bekam Heparin. Ich fühlte mich gut, denn ich hatte jetzt eine mögliche Ursache gefunden und das Beste war, ich konnte etwas tun, indem ich Heparin spritze. Ich war sehr zuversichtlich, dass alles gut werden würde. Dennoch verdrängte ich die Schwangerschaft den ganzen Tag und arbeitete 10 bis 12 Stunden am Tag, damit ja keine Ängste aufkamen. Ich erzählte diesmal nur meinem Freund davon sonst Niemand.
Ende der 5ten Woche bekam ich aus dem Nichts heraus wieder Blutungen. Ich war wie vom Blitz getroffen. Ich fing sofort an zu heulen und wusste nicht mehr weiter. Ich ging nicht zum FA, denn ich hatte ja bereits gelernt, dass der eh nichts machen kann und dass die Natur das so oder so auch alleine regelt. Ich rief den Internisten an, ob dies eine Nebenwirkung des Heparin sein kann und ob ich das absetzen soll. Er empfahl es weiter zu spritzen und abzuwarten, denn nicht jede Blutung in der Schwangerschaft muss automatisch das Ende bedeuten. Ich wartete, aber es kam wie es kommen musste, drei Tage später in der 6ten Woche blutete ich heftig und verlor das Kind.
Obwohl es diesmal so früh in der Schwangerschaft war und ich kaum eine Beziehung zu dem Kind aufbauen konnte, traf es mich härter denn je. Ich fiel in ein so tiefes Loch, ich hatte keine Idee, wie mein Leben nun weitergehen sollte. Ich habe genauso viel Angst vor der Idee wieder schwanger zu werden, wie vor der Idee es nicht zu werden. Ich habe viele Erfahrungsberichte von anderen Frauen gelesen. Es hilft mir, dass ich nicht alleine damit bin, aber die meisten Frauen, deren Berichte ich gelesen habe, haben auch schon ein oder mehrere Kinder oder berichten von einem guten Ende, indem sie dann doch irgendwann ein Kind bekommen haben. Ich aber habe 4 Sternenkinder, bei einem davon bin ich sogar selbst für dessen Tod verantwortlich und ich habe keine Ahnung wie es weitergehen soll, denn ich werde bald 37 und die Zeit arbeitet gegen mich. Woher soll ich die Hoffnung nehmen, dass alles gut wird? Ich mag mich jetzt noch nicht damit abfinden, dass ich keine Kinder haben werde. ICH WILL KINDER HABEN !!! Am meisten frustrieren mich die Aussagen der Ärzte, die mir alle gesagt haben "aber Sie werden wenigstens schwanger, andere brauchen dafür Jahre". Ich bin durchaus dankbar, dass ich bisher immer so schnell schwanger geworden bin, aber ich habe trotzdem ein Problem und dies scheint für die Ärzte aber nicht so schlimm zu sein. Es hilft mir darüber hinaus überhaupt nicht, dass andere es noch schlimmer haben. Mir geht es trotzdem schlecht und ein bisschen Verständnis dafür wäre angenehm.
© Anke
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letzte Aktualisierung dieser Seite: 2009-12-04, 16:48 Uhr
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2008/2009 - 2012
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