Erfahrungsbericht Doreen
per E-Mail von Doreen eingesandt am 24.09.2006Erfahrungsbericht kleine Geburten
Ich bin ganz normal zum FA gegangen zur Routineuntersuchung. Als ich mich mit ihm unterhalten habe, hat er mich dann gefragt, ob ich schwanger sein könnte. Erst da ist mir aufgefallen, dass mein Zyklus schon 37 Tage ist. Also hat er einen Test gemacht.
Der Test ist, wie vermutet, positiv ausgefallen. Das war erst mal ein Schock, da ich eigentlich mit der Pille verhütet habe. Aber durch den ganzen Hochzeitsstress habe ich sie wohl manchmal vergessen. Als ich den ersten Schock verkraftet hatte, hat mir der FA unser Baby auf dem Ultraschall gezeigt. Ich war zwar erst in der vierten Woche, aber man konnte schon eine Fruchtblase erkennen.
Voller Stolz bin ich nach Hause und habe dann überlegt, wie ich es meinem Mann sage. Dazu muss man sagen, dass mein Mann 500 Km weit weg in Hamburg arbeitet.
Also habe ich einen Schuhkarton genommen und Babyschuhe hinein getan und das Ultraschallbild. Dann bin ich zu meinem Mann gefahren und hab ihm den Karton gegeben. Er hat sich auch riesig gefreut.
Durch meinen Job, Krankenschwester, musste ich es auch meiner Chefin mitteilen. Diese hat dann beschlossen, dass ich ab 1.10.06 freigestellt werde, obwohl unser Baby erst im Mai 07 auf die Welt kommen sollte.
Also habe ich mir für diese Zeit auch schon den Umzug nach Hamburg vorgenommen und auch noch andere Sachen. Habe die letzten Tage auf der Arbeit intensiv genossen. Bis zum Sonntag, den 18.09.06. An diesem Tag habe ich Unterleibsschmerzen bekommen. Aber eigentlich nur leichte. Habe mich damit getröstet und gedacht, dass das normal ist. Bis zum Abend. Da habe ich Schmierblutungen bekommen und eine riesen Angst.
Bin am nächsten morgen zum FA und der kam dann mit der Wahrheit, die ich schon geahnt hatte. Auf dem Ultraschall war keine Herztätigkeit zu sehen. Er war sehr lieb zu mir und hat gemeint, das das vielleicht auch daran liegen kann, das es noch ziemlich früh ist. Er hat mir Bettruhe verordnet und mir noch einmal Blut abgenommen um die Hormone zu bestimmen. Bis Mittwoch sollte ich dann warten.
Ich habe dann meinen Mann angerufen und ihm die Nachricht mitgeteilt. Er war total erschüttert und wollte auch sofort vorbei kommen. Aber das hätte auch nix geändert. Also hab ich ihm auch gesagt, dass er bis Mittwoch warten soll.
Mein Körper hat dann über Nacht die Entscheidung selbst getroffen. Am Dienstag morgen hatte ich solche Blutungen, als ob ich meine Periode hätte. Mein FA hat dann gesagt, dass das Baby abgestorben ist und ich zur Ausschabung muss. Ich wollte das aber von meinem FA machen lassen und nicht von einem fremden Arzt. Also hat er gesagt, dass er es am Donnerstag macht.
Ich habe dann mit meinem Mann gesprochen und er hat entschieden, dass er vorbei kommt. Zum Abend hin wurden meine Blutungen und Schmerzen so schlimm, dass ich doch ins KH musste.
Da fing die Hölle erst an!!! Zuerst wurde man auf die Entbindungsstation gebracht, wo viele Babys lagen und dann wurde man noch angemeckert, weil es ja schon acht Uhr Abends war. Man hätte ja auch früher kommen können. Als ich unten im OP war, hat die Ärztin mich auch nur angemeckert, das sie auch schon seit zwölf Stunden auf den Beinen ist und dafür jetzt keine Lust mehr hat. Hätte ich aufstehen können, ich wäre gelaufen. So etwas in dieser Situation zu sagen hat mich so aufgeregt. Gott sei Dank kam die Narkose und ich musste nichts mehr sehen. Als ich wach wurde, wurde mir klar, dass mein Kind nicht mehr in mir ist. Ich habe mich so leer gefühlt und war froh, dass mein Mann bei mir war.
Es war das schlimmste Erlebnis in meinem Leben. Aber am schlimmsten waren die Blicke der Menschen danach. Die haben mich alle so angesehen. So voller Mitleid, dass war noch schlimmer als alles andere. Irgendwann habe ich den Leuten gesagt, hört auf mich so an zu sehen. Ich habe mein Kind verloren, aber eure Blicke sind schlimmer. Behandelt mich wie einen normalen Menschen und nicht wie einen Aussetzigen!!!! Danach hatte ich Ruhe.
Mein Mann und ich haben viel geweint um unser Baby. Auch wenn es nicht geplant war. Wir haben unseren Unfall geliebt!!!!! Das Ultraschallbild habe ich eingerahmt und auf meinen Nachtschrank gestellt, damit wir unser Baby nie vergessen. Jetzt schauen wir in die Zukunft und wünschen uns mehr denn je ein Baby.
Wir haben wieder die Kraft dafür gesammelt und solche Internetseiten haben uns auch dabei geholfen unsere Trauer zu verarbeiten.
Ein Dankeschön an die Menschen, die diese Seite ins Leben gerufen haben.
Liebe Grüsse Doreen
Der Test ist, wie vermutet, positiv ausgefallen. Das war erst mal ein Schock, da ich eigentlich mit der Pille verhütet habe. Aber durch den ganzen Hochzeitsstress habe ich sie wohl manchmal vergessen. Als ich den ersten Schock verkraftet hatte, hat mir der FA unser Baby auf dem Ultraschall gezeigt. Ich war zwar erst in der vierten Woche, aber man konnte schon eine Fruchtblase erkennen.
Voller Stolz bin ich nach Hause und habe dann überlegt, wie ich es meinem Mann sage. Dazu muss man sagen, dass mein Mann 500 Km weit weg in Hamburg arbeitet.
Also habe ich einen Schuhkarton genommen und Babyschuhe hinein getan und das Ultraschallbild. Dann bin ich zu meinem Mann gefahren und hab ihm den Karton gegeben. Er hat sich auch riesig gefreut.
Durch meinen Job, Krankenschwester, musste ich es auch meiner Chefin mitteilen. Diese hat dann beschlossen, dass ich ab 1.10.06 freigestellt werde, obwohl unser Baby erst im Mai 07 auf die Welt kommen sollte.
Also habe ich mir für diese Zeit auch schon den Umzug nach Hamburg vorgenommen und auch noch andere Sachen. Habe die letzten Tage auf der Arbeit intensiv genossen. Bis zum Sonntag, den 18.09.06. An diesem Tag habe ich Unterleibsschmerzen bekommen. Aber eigentlich nur leichte. Habe mich damit getröstet und gedacht, dass das normal ist. Bis zum Abend. Da habe ich Schmierblutungen bekommen und eine riesen Angst.
Bin am nächsten morgen zum FA und der kam dann mit der Wahrheit, die ich schon geahnt hatte. Auf dem Ultraschall war keine Herztätigkeit zu sehen. Er war sehr lieb zu mir und hat gemeint, das das vielleicht auch daran liegen kann, das es noch ziemlich früh ist. Er hat mir Bettruhe verordnet und mir noch einmal Blut abgenommen um die Hormone zu bestimmen. Bis Mittwoch sollte ich dann warten.
Ich habe dann meinen Mann angerufen und ihm die Nachricht mitgeteilt. Er war total erschüttert und wollte auch sofort vorbei kommen. Aber das hätte auch nix geändert. Also hab ich ihm auch gesagt, dass er bis Mittwoch warten soll.
Mein Körper hat dann über Nacht die Entscheidung selbst getroffen. Am Dienstag morgen hatte ich solche Blutungen, als ob ich meine Periode hätte. Mein FA hat dann gesagt, dass das Baby abgestorben ist und ich zur Ausschabung muss. Ich wollte das aber von meinem FA machen lassen und nicht von einem fremden Arzt. Also hat er gesagt, dass er es am Donnerstag macht.
Ich habe dann mit meinem Mann gesprochen und er hat entschieden, dass er vorbei kommt. Zum Abend hin wurden meine Blutungen und Schmerzen so schlimm, dass ich doch ins KH musste.
Da fing die Hölle erst an!!! Zuerst wurde man auf die Entbindungsstation gebracht, wo viele Babys lagen und dann wurde man noch angemeckert, weil es ja schon acht Uhr Abends war. Man hätte ja auch früher kommen können. Als ich unten im OP war, hat die Ärztin mich auch nur angemeckert, das sie auch schon seit zwölf Stunden auf den Beinen ist und dafür jetzt keine Lust mehr hat. Hätte ich aufstehen können, ich wäre gelaufen. So etwas in dieser Situation zu sagen hat mich so aufgeregt. Gott sei Dank kam die Narkose und ich musste nichts mehr sehen. Als ich wach wurde, wurde mir klar, dass mein Kind nicht mehr in mir ist. Ich habe mich so leer gefühlt und war froh, dass mein Mann bei mir war.
Es war das schlimmste Erlebnis in meinem Leben. Aber am schlimmsten waren die Blicke der Menschen danach. Die haben mich alle so angesehen. So voller Mitleid, dass war noch schlimmer als alles andere. Irgendwann habe ich den Leuten gesagt, hört auf mich so an zu sehen. Ich habe mein Kind verloren, aber eure Blicke sind schlimmer. Behandelt mich wie einen normalen Menschen und nicht wie einen Aussetzigen!!!! Danach hatte ich Ruhe.
Mein Mann und ich haben viel geweint um unser Baby. Auch wenn es nicht geplant war. Wir haben unseren Unfall geliebt!!!!! Das Ultraschallbild habe ich eingerahmt und auf meinen Nachtschrank gestellt, damit wir unser Baby nie vergessen. Jetzt schauen wir in die Zukunft und wünschen uns mehr denn je ein Baby.
Wir haben wieder die Kraft dafür gesammelt und solche Internetseiten haben uns auch dabei geholfen unsere Trauer zu verarbeiten.
Ein Dankeschön an die Menschen, die diese Seite ins Leben gerufen haben.
Liebe Grüsse Doreen
© Doreen
bisheriger Link dieser Seite der *Muschel*-Erfahrungsberichte:
http://www.muschel.net/?q=node/36
künftiger Link dieser Seite (nach dem vollständigen Umzug der *Muschel*-Seiten):
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letzte Aktualisierung dieser Seite: 2009-11-24, 15:32 Uhr
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