Erfahrungsbericht Nina
per E-Mail von Nina eingesandt am 05.11.2006
ich trennte mich diesen sommer,in dem ich 40jahre alt wurde, von meinem mann,fand endlich nach langem hin und her eine schnuckelige wohnung mit meinem 16jährigen sohn zusammen und genoss mein neues leben mit fortgehen,arbeiten,meinen tieren und meiner familie.
zu meinem neuen glück gehörte auch ein liebhaber,mit dem ich mich immer wieder traf,der aber ansonsten als feste beziehung keinen stellenwert hatte.
wir hatten bei unseren treffen geschützten verkehr und genossen einfach die nächte zusammen,ohne weitere verpflichtungen.
irgendwann eröffnete er mir,dass er so nicht weitermachen wollte,und mich verlassen würde,wenn ich keine feste beziehung mit ihm eingehen würde,weil er sich in mich verliebt hatte.
ich akzeptierte seine entscheidung,weil mir meine unabhängigkeit wichtiger war und er verliess deutschland....
die letzen drei monate hatte ich einen treppensturz,zwei operationen,einen unfall und auch mein sohn wurde operiert.
ich arbeitete sehr viel und sehr hart.
es war eine schlimme und belastende zeit,in der ich fast nicht zur ruhe kam.
als meine periode ausblieb,dachte ich nur,ich würde wohl in die wechseljahre kommen von dem ganzen stress und machte mir darüber keine weiteren gedanken...
am 2.november nachmittags wollte ich ein bad nehmen und meine grippe auskurieren,dann evtl einkaufen gehen.
einen tampon hatte ich beim baden dringelassen,denn das wochenende zuvor hatte meine periode eingesetzt.
als ich mich abtrocknen wollte und den tampon herausnahm,da passierte das unfassbare!
das blut stürzte aus mir heraus,lief an meinen beinen herunter und auch grosse gewebeteile quollen aus mir hervor.
im schock rief ich meinen sohn,der mir handtücher brachte und meine mutter anrief,die mich sofort ins krankenhaus fuhr.
die ärztin im krankenhaus war sehr ruhig und sachlich und untersuchte mich mit ultraschall,nahm blut und urin ab und sagte mir schliesslich,dass ich eine fehlgeburt in der 11.woche hätte,die nicht mehr aufzuhalten sei.
ich war wie im wahn und gleichzeitig wie in einem film,in dem ich der hauptdarsteller war.
ich stand völlig neben mir.
ich konnte es nicht glauben,dass ich schwanger war.
es war unbegreiflich für mich,dass ich in einem moment erfuhr,ein baby im bauch zu haben und im nächsten,das kind zu verlieren.
es geschah einfach alles rasend schnell und ich konnte keine reaktion zeigen.
ich war wie gelähmt.
nach der kürettage war ich topfit,ja geradezu aufgedreht und ging die sache von der logischen seite an.
ich hätte die schwangerschaft nicht ausgetragen,nicht so,nicht in dieser lebenssituation.
also konnte ich doch beruhigt und erleichtert sein,dass sich das ganze problem so einfach "gelöst hatte"
ich dachte daran,wie schlimm es gewesen wäre,wenn ich diese schwangerschaft zu spät bemerkt hätte,es zu spät gewesen wäre für einen abbruch usw.
ich ging alle szenarien durch und beruhigte mich selbst,dass es gut so war,wie es ist.
als ich daheim war,brach die trauer mit aller gewalt los.
ich begann zu weinen und konnte nicht mehr aufhören.
dieses baby hatte keine chance.
es wurde von mir nicht mal bemerkt,ich war schuld,ich hatte nichts von seiner existenz gewusst.
ich habe es umgebracht,weil ich mich nicht geschont habe.
ich habe nichts von ihm,keinen mutterpass,kein bild.
bis kurz vor seinem tod war es für mich nicht spürbar oder sichtbar.
wie wenn es nie da gewesen wäre.
wie wenn es nichts wert war.
das ist das schlimmste.
aber ab jetzt ist es da.
ab jetzt ist es in mir.
wie wenn es das wertvollste in meinem leben ist.
das ist das tröstlichste.
zu meinem neuen glück gehörte auch ein liebhaber,mit dem ich mich immer wieder traf,der aber ansonsten als feste beziehung keinen stellenwert hatte.
wir hatten bei unseren treffen geschützten verkehr und genossen einfach die nächte zusammen,ohne weitere verpflichtungen.
irgendwann eröffnete er mir,dass er so nicht weitermachen wollte,und mich verlassen würde,wenn ich keine feste beziehung mit ihm eingehen würde,weil er sich in mich verliebt hatte.
ich akzeptierte seine entscheidung,weil mir meine unabhängigkeit wichtiger war und er verliess deutschland....
die letzen drei monate hatte ich einen treppensturz,zwei operationen,einen unfall und auch mein sohn wurde operiert.
ich arbeitete sehr viel und sehr hart.
es war eine schlimme und belastende zeit,in der ich fast nicht zur ruhe kam.
als meine periode ausblieb,dachte ich nur,ich würde wohl in die wechseljahre kommen von dem ganzen stress und machte mir darüber keine weiteren gedanken...
am 2.november nachmittags wollte ich ein bad nehmen und meine grippe auskurieren,dann evtl einkaufen gehen.
einen tampon hatte ich beim baden dringelassen,denn das wochenende zuvor hatte meine periode eingesetzt.
als ich mich abtrocknen wollte und den tampon herausnahm,da passierte das unfassbare!
das blut stürzte aus mir heraus,lief an meinen beinen herunter und auch grosse gewebeteile quollen aus mir hervor.
im schock rief ich meinen sohn,der mir handtücher brachte und meine mutter anrief,die mich sofort ins krankenhaus fuhr.
die ärztin im krankenhaus war sehr ruhig und sachlich und untersuchte mich mit ultraschall,nahm blut und urin ab und sagte mir schliesslich,dass ich eine fehlgeburt in der 11.woche hätte,die nicht mehr aufzuhalten sei.
ich war wie im wahn und gleichzeitig wie in einem film,in dem ich der hauptdarsteller war.
ich stand völlig neben mir.
ich konnte es nicht glauben,dass ich schwanger war.
es war unbegreiflich für mich,dass ich in einem moment erfuhr,ein baby im bauch zu haben und im nächsten,das kind zu verlieren.
es geschah einfach alles rasend schnell und ich konnte keine reaktion zeigen.
ich war wie gelähmt.
nach der kürettage war ich topfit,ja geradezu aufgedreht und ging die sache von der logischen seite an.
ich hätte die schwangerschaft nicht ausgetragen,nicht so,nicht in dieser lebenssituation.
also konnte ich doch beruhigt und erleichtert sein,dass sich das ganze problem so einfach "gelöst hatte"
ich dachte daran,wie schlimm es gewesen wäre,wenn ich diese schwangerschaft zu spät bemerkt hätte,es zu spät gewesen wäre für einen abbruch usw.
ich ging alle szenarien durch und beruhigte mich selbst,dass es gut so war,wie es ist.
als ich daheim war,brach die trauer mit aller gewalt los.
ich begann zu weinen und konnte nicht mehr aufhören.
dieses baby hatte keine chance.
es wurde von mir nicht mal bemerkt,ich war schuld,ich hatte nichts von seiner existenz gewusst.
ich habe es umgebracht,weil ich mich nicht geschont habe.
ich habe nichts von ihm,keinen mutterpass,kein bild.
bis kurz vor seinem tod war es für mich nicht spürbar oder sichtbar.
wie wenn es nie da gewesen wäre.
wie wenn es nichts wert war.
das ist das schlimmste.
aber ab jetzt ist es da.
ab jetzt ist es in mir.
wie wenn es das wertvollste in meinem leben ist.
das ist das tröstlichste.
© Nina
bisheriger Link dieser Seite der *Muschel*-Erfahrungsberichte:
http://www.muschel.net/?q=node/40
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letzte Aktualisierung dieser Seite: 2009-11-24, 15:58 Uhr
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